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„Alles, was ich dazu zu sagen habe, steht in meinem Magazin.“

Vom Beckenrand des Genpools aus lassen wir die Beine baumeln, es ist Weihnachten, niemand arbeitet, alle sind voll auf Liebe und Frieden – aber was ist das? Eine DEADLINE rückt näher und fragt nach Feuer. „Immer die Nutte am Feuer ziehen lassen, nicht das Feuerzeug abgeben“, hat Opa gesagt, also halten wir ihr gönnerhaft unser Merchandise hin. Deadlines sind berechnend und dabei unberechenbar, wir sind auf der Hut und lassen uns nicht überrumpeln. Die Deadline ist der natürliche Feind eines jeden Kunstschaffenden, Journalisten, Mediengestalters, Studenten, Anwaltsgehilfen und Verfassungsschützers. Es gilt also, ausgeschlafen zu sein oder einfach direkt drauf zu bleiben. Pünktlichkeit ist
die einzige Tugend, die man für sich beanspruchen kann, ohne irgendwem auf den Schlips zu treten. Die Deadline rückt nochmal ein bisschen näher und wir stehen auf, nehmen den stacheldrahtumwickelten Baseballschläger und zimmern ihr das Teil voll durch die Fresse. Nicht mit uns, Baby.

Haulihallo und Herzlich Willkommen zur sechsten aller Ausgaben des Der Goldene Schuß! Nach einer einmonatigen Kreatin-Pause, sind wir Back in this Bitch – mit frisch gepuderter Nase stehen wir breitbeinig auf dem sumpfigen Untergrund jenes selbstreferenziellen Wirkungskreises, der von einigen schmeichelhaft als Kulturbetrieb bezeichnet wird. Niemand hatte die Absicht, ein Magazin zu machen und diesen Laden im Handumdrehen zu übernehmen. Doch die Stelle war mehr oder minder vakant und bei gleicher Eignung wurden schwerstgeschädigte Bewerber bevorzugt eingestellt. Nun schreiben wir Geschichte, während ihr euer Testament schreibt. Nach sechs Ausgaben stecken wir so tief drin; uns schösze das Blut aus den Ohren, würden wir ihn rausziehen. Machen wir aber eh nicht. Und stellen resümierend fest: Um in den zweifelhaften Genuss zu kommen, jedweden Vorgang in dieser Jauchegrube nach eigenem Gutdünken zu beeinflussen und unter den wenigen lachhaften Mitbewerbern die stärkste Wirkung auszuüben, bedurfte es nicht einmal der Dauer eines Jahres. Gegründet als ernstzunehmendes Fachjournal mit hohen Anteilen an Querschlägern in andere Bereiche der anarchistischen Kunst, entstieg der Newcomer mit Bleiberecht aus dem äußersten Kreis der Hölle, um jenen unglücklichen Seelen, die ohne eigenes Verschulden vom Himmel ausgeschlossen sind, einen Hort der Ankunft und des Austobens zu bieten. Und der große Ausverkauf geistigen Eigentums hat gerade erst begonnen! Ist schließlich alles anonymes Ehrenamt. Während wir unsere Inspirationen immer noch hauptsächlich aus Kaffeesatz, Hühnerknochen und verkohltem Toastbrot ziehen, nehmen wir uns jene Themen zur Brust, die von anderen mit Samthandschuhen befingert werden – und nudeln sie solange auf Single-Malt durch, bis ein veritables Ergebnis zu verzeichnen ist. Was bleibt, ist ein bitterer Nachläufer, der euch in einem Schwall die durstigen Kehlen hinunterläuft – und zwar jede Ausgabe aufs Neue. Barely Illegal? Sicherlich, allemal. Spätestens vom ersten großen Vorschuß wird sich dann auf den Index gekauft.

Kunst ist ein Goldfisch im Glas, auf dem Schreibtisch eines Schaffenden. Manchmal werfen Leute ihm Krümel aus ihren Hosentaschen hinein, der Goldfisch
überfrisst sich und verreckt und man selbst wünscht sich, man hätte etwas von dem Kuchen zu sehen bekommen. Kulturschaffende und Junkies haben vieles gemeinsam. Beiden ist alles zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel, aber es ist auch einfach zu geil, um jetzt damit aufzuhören. Wir blicken zurück auf ein erfolgreiches Jahr voller Schüsze und harter Arbeit, die gleichzeitig sehr erfüllend war. Schüsze ins Ungewisse. Schüsze ins Volle. Schüsze durch die Gehirnmembran unserer Leserschaft. Schüsze zum Mond. Neue Schüsze sind zu uns gekommen und alte Schüsze von uns gegangen; habe sie der Gottredakteur selig. Viele Menschen mit einem Schuß kamen zu Der Goldene Schuß um ihren Schuß abzulassen. Ein Feuerwerk geballter Schüsze schießt sich mittlerweile halbregelmäßig aus der Kanone. Es ist wunderbar. Kreative Ergüsse mit Grüßen vom Swagredakteur. Wir spritzen vor Freude! Lasst Euch also auch 2019 nicht vom Leben und vom Kulturbetrieb abschrecken und macht es wie Der Goldene Schuß: Einfach die Nase zuhalten und durchziehen die Nummer!

In dieser Ausgabe präsentieren wir Euch exklusive Gastbeiträge von Outsidern und Insiderwissen von verdeckt Ermittelten, wir zelebrieren Zerebrales und rechnen ab mit den Deadlines des Lebens, die für unsere Lowlife-Leser keine Geltung haben können. Einst mühsam aus dem Limbus emporgestiegen, nehmen nunmehr auch die Institutionen der neuen Weltordnung die reinigenden Schußlersalze so langsam wahr und binden sie in das Geflecht der Grundordnung ein. Ein langatmiger Jahresrückblick bleibt dem verehrten Leser an dieser Stelle erspart, denn Der Goldene Schuß war ohnehin omnipräsent. Wer die Reportagen zur Primetime verpasst hat, lebt offensichtlich hinter dem sprichwörtlichen fucking Mond oder hat mindestens ein schwerwiegendes Problem mit seiner Umgebungswahrnehmung. Wer nicht darüber spricht, ist längst dabei. Unantastbar wie die Menschenwürde, in (fast) aller Munde wie Schneidezähne und routinierter als der Beischlaf eurer noch verheirateten Eltern – die (lokale) Lügenpreße lädt zum Plausch und wir bringen zuverlässig Kaffee und Mett mit. Wenn unser Erholungsfeldzug so weitergeht, wie er begonnen hat, können bald alle Unchilligen in den Genuß des Der Goldene Schuß kommen und für immer in Frieden ruhen. Ramen.

Der Backredakteur

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