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„Vielleicht endet meine Schreibblockade, wenn ich mir eure Todesschreie auf den iPod lade“ – K.I.Z, Töten

Der Kühlschrank ist schon lange leer und in der Dusche steht mir das Wasser bis zum Knöchel, dabei habe ich kaum noch Haare auf dem Kopf. Method Acting am unteren Ende des Laternenpfahls, der mein kleines Leben gelblich beleuchtet. Etwas Schreckliches geht in mir vor und ich weiß nicht warum. Ich fühle mich tödlich, kurz vor dem Rausch. Meine nächtliche Gier nach Blut ist in meine Tage hineingeflutet und meine Maske der Zurechnungsfähigkeit ist im Begriff, herunterzurutschen. Warum denke ich schlafend und wachend so oft an den Wahnsinn? Ich fühle mich aus der Bahn geworfen und habe das Gefühl, als könnte jeden Augenblick etwas Furchtbares passieren.

Sie sagen, sich seinen Ängsten zu stellen, sei das Einzige, was funktioniere. Alles andere sei nur Gerede. Man müsse den Mut aufbringen, in einer Situation zu bestehen, die existenziell bedrohlich erscheine, um zu lernen, dass die Angst an sich nicht gefährlich ist. Es seien die Gedanken, welche die Realität verzerren. Nicht umgekehrt. Aber die wirkliche Hölle, und das weiß ich sicher – das sind die anderen. Das sind die, die mir mein richtiges Leben im falschen nicht gönnen. Es kommt mir so vor, als müsse ich mein ganzes Leben lang demonstrieren, dass ich in der Lage bin, auf mich selbst aufzupassen. Als müsste ich beweisen, dass ich scheißen, essen, ficken, trinken, bluten und Geld verdienen kann – getreu dem Motto: unternehme alles, was nötig ist, um zu überleben, bis du dann stirbst! Existenziell bedrohlich ist für mich heute kein wildes Tier mehr, kein Abgrund ohne Sicherung, sondern die Steuererklärung und die Schlägertruppen vom Finanzamt. Es muss kein Blut fließen, sondern Geld.

Wisst ihr, was die Definition von Wahnsinn ist? Wahnsinn ist, wenn man exakt dieselbe Scheiße immer und immer wieder macht und erwartet, dass sich was ändert. Fakt ist: ab diesem Punkt gibt es keine weiteren Grenzen mehr zu überschreiten. Alles, was ich gemeinsam habe mit dem Unkontrollierbaren und Kranken, dem Bösartigen und Schlechten, alles Schlimme, was ich verursacht habe und meine totale Gleichgültigkeit dem gegenüber, habe ich mit dieser Ausgabe zu übertreffen vermocht: Not Safe for Life ist eine abenteuerliche Entdeckungsreise in die weit entfernten Sphären menschlicher Vorstellungskraft und lädt dazu ein, unvermittelt und hautnah den schlimmsten aller Albträume zu erleben: die Realität. Not Safe for Life ist ein Textploitation-Thriller von beispielsloser Romantik, Liebe, Härte und Grausamkeit. Das infernalische Schock-Manifest eines tobenden Teufels, der nur ein Ziel vor Augen hat: Trash in allen Perversionen!

Niemand hat die Absicht, auf dem Index zu landen. Aber warum sollte es mir nicht erlaubt sein, die Hebel von Angst, Terror und Schrecken für meine Zwecke zu nutzen? Wenn man emotional noch dazu fähig ist, so etwas wie rasende Wut, Verzweiflung und Frustration zu empfinden, kann es sich gesundheitsfördernd auswirken, ein Ventil zu suchen und einfach alles rauszulassen. Not Safe for Life ist keine publikumswirksame Präsentation einer profanen pornografischen Peep-Show – es geht um das Leben selbst: um Liebe, Kunst, Blut, Unschuld. Inszeniert für eine Welt, die all das verloren hat und deren Statisten sich anstaltslos für ein Gratisexemplar einreihen, um es später bequem auf der Toilette lesen zu können.

Es kam mir nie in den Sinn, dass die Welt unter anderen Umständen ein besserer Ort sein könnte. Individualität ist kein Thema mehr. Verlangen – bedeutungslos. Intellekt ist keine Heilung. Die Gerechtigkeit ist tot. Während echtes Talent verrottet, geben Maden Pressekonferenzen. Überall herrschen Zwang und Gewalt mit gleichgültiger Grimasse. Im Ernstfall gilt es, auf Unwissenheit zu plädieren und dann um Gnade zu flehen. Doch die düstere Wahrheit ist: niemand ist sicher, und es gibt keine Erlösung. Es ertönt eine geheimnisvolle Musik auf der Welt – sie klingt, als zöge man Rasierklingen durch Fleisch. Und ich bin gekommen, die Lautstärke aufzudrehen! Niemand wird verschont – so wie gewohnt.

Der Snuff-Redakteur.

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