Verpackt in Plastik – Fünftausgabe *PRINT*

1,00

Beschreibung

„Keine Fabriken, nur Co-Working-Spaces: Genosse, reich mir den Smoothie. Doch die Welt wankt nicht durch Bio-Cafés, sondern Schüsse mit der UZI!“ (Zugezogen Maskulin, Stirb!)

Seit Anfang des Jahres 2018 ist Der Goldene Schuß das unvorteilhaft gealterte und kaum etablierte Lowlife-Magazin für eine abhängige, nachhinkende Lebensweise. Anspruchsloser Journalismus trifft hier auf primär provokativ angelegte Pamphlete und einseitige Informationen. Im billigen, verbrauchten Look informiert es abwechslungsarm über die Kernthemen Konsum und Stuhlgang, Rausch, Verwesung, Überwachung und Fast-Food. Jede Ausgabe des Der Goldene Schuß bietet der Leserschaft einen anderen abgedroschenen Themenschwerpunkt, der nicht einmal annähernd stringent verfolgt wird, aber den Eindruck erwecken soll, als ziehe sich so etwas wie ein roter Faden durch die alle zwei Monate erscheinende Publikation. Langatmige Artikel rund um das Thema Ohnmacht, uninteressante Neuigkeiten und billig zusammengeschusterte Grafiken sowie mäßige Ideen und lebensgefährliche Tipps für ein zumeist berauschtes, verantwortungsloses Leben im Falschen – ohne Freude und Vergnügen, stets mit erhobenen Mittelfinger.

Gastbeiträge selbsternannter Literatur-Promis, Erzählungen aus dem Unterleben anderer gestörter Persönlichkeiten und Portraits populärer Kriegsverbrecher verstellen den Blick hinter die Kulissen, aber runden das rudimentär vorhandene Konzept schon irgendwie ab. Die neue Ausgabe ist der Ausdruck purer Lebensreue: Verpackt in Plastik präsentiert den Lebensfrust mit all seinen (Brech-)Reizen optisch und inhaltlich besonders unappetitlich. Wer mit dem klangvollen Motto zunächst spontan einen in Plastik verpackten, saftigen und belebenden Obstsalat mit Sternfrucht und sonstigem Gedäh assoziiert, liegt gründlich daneben: Verpackt in Plastik ist vielmehr eine lieblos geschmierte Leberwurststulle, die in eine Tupperdose gesperrt und unter dem Schreibpult vergessen, über die Sommerferienzeit ein einsames, stinkendes und erbärmliches Dasein fristet, um dann zu Schulbeginn ihr inhärentes Potenzial zu entfalten. Die Autoren des Der Goldene Schuß spüren kriminalisierte Konsumwelten auf, rauchen gefährlich viele analoge Zigaretten und sind mit allen Wassern gewaschen – aber in den seltensten Fällen geduscht. Emporgestiegen aus Gossen, Gräben und Latrinen, indoktrinieren sie die Denkmuster nichtsahnender, naiver Lesemäuschen, auf das diese als digitierte Leseratten in die Kanalisation abtauchen und eine Generation des stumpfsinnigen Widerstandes hervorbringen mögen (Pizza und Schildkröten-Ninja-Training optional buchbar!).

Unerträglich selbstreferenziell und immer auf der Suche nach Bestätigung werden nicht einmal ansatzweise die Möglichkeiten der modernen Kommunikation genutzt. Das Ergebnis ist ein Lowlife-Magazin mit stümperhafter Produktintegration, das sich der Leserschaft als inhaltlich entarteter und vor allem abschreckender Stimulus präsentiert. Verpackt in Plastik ist ein exklusives und schmutziges Schaufenster in eine heruntergekommene und amoralische Welt. Der Goldene Schuß orientiert sich dabei kaum an anderen Kiosktiteln und legt auch bei der inhaltlichen Aufbereitung keinen Wert auf Leserorientierung. Die zusammengewürfelte Redaktion wäre mit den Wünschen der Zielgruppe sicherlich auch dann nicht auf Augenhöhe, wenn sie wüsste, wer denn überhaupt diese Zielgruppe sein soll. Mit ihren lebensfeindlichen Inszenierungen bieten weite Strecken des Hefts keinen auf die Leserschaft ausgerichteten Nutzwert. Das Layout des Der Goldene Schuß zeichnet sich durch Infantilität, wenig handwerkliches Geschick und eine schwer nachvollziehbare Bildsprache aus. Mit der Qualität des Der Goldene Schuß (unter)fordern wir uns beständig dazu heraus, den ohnehin schon geringen Ansprüchen einer einfach zufriedenzustellenden, grenzdebilen Leserschaft gerecht zu werden. Verpackt in Plastik lockt niemanden mehr hinterm Ofen hervor und wird – aufgrund der angenommenen Infektionsgefahr – ungern auch nur einmalig in die Hand genommen. Schmutzige, mies bearbeitete Grafiken, die eigens für das Heft heruntergeladen und mit paint.net manipuliert werden, gehen Hand in Hand mit irritierend visualisierten Klugscheißerbeiträgen zu Gesellschaftsbereichen wie Tod, Blutflecken im Teppich und Suchtmittelmissbrauch.

Nach den kaum erfolgreichen letzten Veröffentlichungen verteilt der Verlag raubdruck weiterhin sechs Mal im Jahr 500 Exemplare jeder neuen Ausgabe des Der Goldene Schuß an gescheiterte Leser. Unser Team von Fachidioten liefert unzuverlässig und nach Lust und Laune schäbige Inhalte, ein unmögliches Design und einen nicht vorhandenen Kundenservice. Gezielt definierte Absprungpunkte zu digitalen Medien schrecken 24/7 davon ab, noch tiefer in die Lowlife-Welt des Der Goldene Schuß einzutauchen: Die im Weltweiten Netz unter dergoldeneschusz.net zu findende Wortpreß-Präsenz informiert über die neuesten Fremdschämgelegenheiten in der Zeitschriftenfamilie und die anderen fancy Kanäle, die mehr schlecht als recht von der Redaktion bespielt werden. Über das elektronische Postfach dergoldeneschusz@mail.de können sowohl zukünftige Redaktionspflegefälle als auch Haider den Kontakt zu jenen Teilen der Redaktion des Der Goldene Schuß herstellen, die einen PC bedienen können. Über diese „Mailadresse“ werden auch unkompliziert und kontaktlos über einen Finanzdienstleister namens PayPal Spenden angenommen.

XOXO

Der Chefredakteur